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Die Tschernobyl Katastrophe

In den frühen Morgenstunden des 26. April 1986 ereignete sich die folgenschwerste Katastrophe in der Geschichte der Atomenergie:

tschernobyl akw heute

Elena Filatova, www.elenafilatova.com

der Block 4 des Atomkraftwerks Tschernobyl explodierte. Der Standort des Kraftwerks ist ca. 100 Km nördlich der ukrainischen Hauptstadt Kiew nahe dem Grenzgebiet zu Belarus gelegen. Es wurden etwa 1019 Becquerel Spaltprodukte in die Atmosphäre freigesetzt, darunter zwischen 50% und 80% des Inventars an Radiojod. Bereits 36 Stunden nach der Explosion wurden erhöhte Werte der Luftaktivität in Skandinavien gemessen. Die Freisetzungsdauer betrug 10 Tage mit sich ständig ändernden Windrichtungen und Wetterverhältnissen. Dadurch ergab sich einen Verteilung der radioaktiven Ablagerung von 70% in Belarus und je 15% in der Ukraine und in Russland.

Die lokalen Regenfälle erzeugten einen sehr inhomogene Verteilung der Radionuklide in den betroffenen Gebieten.

In Belarus wurden 7.000 Quadratkilometer zur Sperrzone und Zone strikter Kontrolle erklärt, in der Ukraine 1.000 Quadratkilometer und in Russland 2.000 Quadratkilometer.

Sogar 400 Km Luftlinie vom Reaktorstandort entfernt mussten im Rajon (=Landkreis) Woloschin einige Dörfer evakuiert werden. Im Oblast (=Verwaltungsgebiet) Gomel wurden erst im Jahr 1991/ 92 im Rajon Wetka - 40 Km nordöstlich der Gebietshauptstadt Gomel - Siedlungen evakuiert. Die Menschen waren bis dahin der vollen Strahlenbelastung ausgesetzt und haben bei der Umsiedlung ihr Krebsrisiko "mitgenommen". Schilddrüsenerkrankungen und Schilddrüsenkrebs sind in als Folge der Reaktorkatastrophe am 26. April 1986, bei der auch große Mengen an radioaktivem Jod freigesetzt wurden, dramatisch angestiegen.

 

25 Jahre nach Tschernobyl

Auch nach 25 Jahren ist die Tschernobyl Katastrophe noch nicht vergessen!

tschernobyl atomkraftwerk heute

Die Hoffnung auf Angament, der Menschen, bezüglich auf Hilfe und Unterstützung für die Opfer dieses GAU, ist die erste Premisse dieses Projekts!

 

Um nur annähernd zu verdeutlichen was in Tschernobyl passierte, hier ein Video der Tagesschau zu den damaligen Ereignissen.

 

 

Immer noch leiden die Menschen rund um die Region Tschernobyl an den Folgen dieser Katastrophe.

Bis heute werden Zahlen und Fakten über den Unfall in Tschernobyl zurückgehalten.

Tschernobyl ist ein Mahnmal für die Menschheit geworden und dennoch, es hat sich doch wiederholt in Fukushima.

Wann werden die Menschen es endlich verstehen?

   

Das Otto-Hug Strahleninstitut

Seit 1991 arbeitet das Institut in der Diagnostik und Therapie der vielen Patienten, die an diesen Erkrankungen leiden.

Tschernobyl Reaktor

Durch die jahrelange medizinische Arbeit in den strahlenbelasteten Gebieten entstand ein guter Überblick darüber, was die Bevölkerung in Deutschlend mit einer 10-fach höheren Besiedlungsdichte nach einer atomaren Katastrophe hier erwartet. Die Terroranschläge vom 11. September 2001 in den USA haben eindrucksvoll gezeigt, daß jedes Katastrophenszenario möglich, ein wirksamer Schutz jedoch nicht möglich ist.
Das Otto-Hug-Strahleninstitut - Medizinische Hilfsmaßnahmen e.V. (OHSI-MHM) ist eine nichtstaatliche deutsche gemeinnützige Einrichtung. Ein Schwerpunkt der Arbeit des OHSI liegt darin, nach Ereignissen oder bei Situationen mit radiologischer Belastung der Bevölkerung humanitäre Hilfe zu leisten, die Gesundheit zu schützen und die soziale Situation zu verbessern. Das beinhaltet auch qualifizierte Untersuchungen der Strahlenbelastung und der Gesundheitsschäden, um die Hilfsmaßnahmen den Erfordernissen optimal anzupassen zu können, ferner Aus- und Fortbildung und die Vermittlung von Strategien zur effizienten Nutzung von Ressourcen aller Art (erneuerbare Energien).

Im Otto Hug Strahleninstitut arbeiten auf ehrenamtlicher Basis bundesweit und international Fachleute der Gebiete Medizin, Strahlenbiologie, Radioökologie, Labortechnik, Logistik, Katastrophenschutz, Energietechnik u.v.a. zusammen.
Dadurch ist eine qualifizierte fachliche Betreuung der einzelnen Projekte und Hilfsmaßnahmen gewährleistet. Die medizinische Hilfe des OHSI erfolgt langfristig und in konkreten Maßnahmen:
Schilddrüsenzentrum im Gomel, Strahlenkontrolle der Lebensmittelbelastung, pathologisches Labor zur Tumordiagnostik, Radiojodtherapie bei Schilddrüsenkrebspatienten usw., voer allem in Gomel, dem besonders hoch belasteten Gebiet in Weißrussland. Die Hilfe hat einen unverzichtbaren Anteil daran, Krankheiten und Krebs dort früh zu erkennen und zu therapieren, das Leid zu lindern und den Menschen Hoffnung zu geben. In Weißrussland war z.B. im Jahre 1995 die Zahl der Schilddrüsenkrebserkrankungen bei Kindern bereits mehr als 100-mal höher als der 10-Jahre-Mittelwert vor 1986. Mit zunehmendem Abstand zum Zeitpunkt der Reaktorkatastrophe verschiebt sich der weiterhin dramatische Anstieg und die Ausweitung des Schilddrüsenkrebses mehr und mehr in die Altersgruppe der Jugendlichen und jungen Erwachsenen. Etwa die Hälfte der Erkrankungensfälle betrifft den Oblast Gomel (größer als Baden-Württemberg), das weißrussische Gebiet, das dem Standort Tschernobyl am nächsten liegt.
Bisher sind in der Folge der Reaktorkatastrophe etwa 1.400 Schilddrüsenkrebsfälle bei Kindern und Jugendlichen und über 9.000 bei Erwachsenen und einige Hunderttausend nichtbösartiger Schilddrüsenerkrankungen in der überwiegend armen Bevölkerung von Belarus zu beobachten, mit weiter steigender Tendenz. Seit der Inbetriebnahme des Schilddrüsenzentrums in Gomel vor elf Jahren wurden dort insgesamt 120.000 Patienten mit verschiedenen Schilddrüsenerkrankungen und Schilddrüsenkrebs behandelt, davon etwa 20.000 Kinder.
Die für die medizinschen Tschernobyl-Folgen zuständige Expertin der WHO hat auf Grund der bisherigen Krankheitsentwicklung in Weißrussland die Prognose abgegeben, daß im Gebiet Gomel (ca. 1,6 Millionen Einwohner) allein von den etwa 150.000 Kindern, die zum Zeitpunkt der Reaktorkatastrophe 0-4 Jahre alt waren, jedes dritte im Laufe seines Lebens an Schilddrüsenkrebs erkranken wird, eine schreckliche Erwartung.
Die tatsächlich ständig zunehmende Zahl der Schilddrüsenkrebsfälle in Belarus ist eine traurige Bestätigung der Prognosen.
Im Vergleich zu dieser besonders strahlenempfindlichen Altersstufe wird die Zahl der Neuerkrankungenpro Jahr bei den anderen Altersgruppen der Kinder, der Jugendlichen und Erwachsenenjeweils zwar etwas geringer, aber immer noch dramatisch hoch ausfallen. Andererseits ist die Gesamtpersonenzahl in diesen Gruppen weitaus höher als die der 0-4 Jährigen. Bei rechtzeitiger Diagnose und qualifizierter Behandlung ist bei dieser Krebsart eine Heilungsrate von 80 % erreichbar. Alleinen im Verwaltungsgebiet Gomel haben etwa 400.000 Menschen, die zum Zeitpunkt des Reaktorunfalls KInder und Jugendliche waren. ein hohes Schilddrüsenkrebsrisiko. Diese Menschen brauchen dringend regelmäßige Kontrolluntersuchungen.
Helfen Sie helfen, damit auch in Zukunft den zahlreichen Opfern der Tschernobyl-Katastrophe in Weißrussland wirkungsvolle medizinische Hilfe gegeben werden kann, für die die Bedrohung ihrer Gesundheit durch die Atomtechnik grausame Wirklichkeit geworden ist.
Christine Frenzel

   
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